Offene Klubmeisterschaft erstmals im Keizer-System

UPDATE:

Am 12.Oktober(Freitag) veranstalten wir einen Informationsabend zum Keizer-System.

Am 19.Oktober (Freitag) um 19:30 startet unsere Klubmeisterschaft. Es gibt jedoch 2 große Neuerungen die, die Klubmeisterschaft „entstauben“ sollen. Zum einen ist sie nun für Nicht-Vereinsmitglieder geöffnet – Jeder darf mitspielen. Das beste Vereinsmitglied wird zum Klubmeister gekürt.

Zum anderen spielen wir nun im Keizer-System.

Wie funktioniert es ganz grob?

1) Die Auslosung erfolgt direkt vor Rundenbeginn anhand der anwesenden Spieler.
2) Jeder Spieler hat einen Wertungs-Punktestand, der den Tabellenrang bestimmt.
3) Man spielt gegen Partner mit möglichst ähnlichem Tabellenstand.
4) Ein Sieg oder remis erhöht den eigenen Punktestand deutlich.
5) Auch abwesende Spieler bekommen Punkte, nur nicht so viel.
6) Es dürfen mehrere Partien zwischen denselben Spielern vorkommen, ist aber kein Muss.

Die größten Vorteile sind:

  • Keine Absprache zu einzelnen Runden nötig.
  • Wer spielen will, kann spielen
  • Aussteiger/Wenigspieler/spätere Einsteiger verzerren den Wettbewerb nicht
  • gerechtere Auslosung als im Schweizer System

Hier sind weitere Informationen zum Keizer-System zu finden: http://keizer.schlapp.name/

Vor Ort erklären wir gerne nochmals die Details.

 

Der Meldeschluss und Auslosungsbeginn ist immer auf 19:30 angesetzt.

Anmeldung vor Ort oder per Email an den Turnierleiter Daniel Fries möglich. daniel@st-fries.de

Gespielt wird im Fischer-kurz-Modus: 90 Minuten+30 Sekunden Inkrement für die gesamte Partie +30 Minuten ab dem 40. Zug.

Die Partieen werden nicht DWZ-gewertet.

Gäste sind zum Mitspielen oder Zuschauen herzlich eingeladen.

 

 

 

 

 

Autor: Steffen Mages

Offene Stadtmeisterschaft

Am Sonntag (09.09.18) fand die offene Stadtmeisterschaft statt. Mittlerweile traditionell wurde sie im Schnellschachformat (15min) ausgetragen. Mit der Rekordzahl von 21 Teilnehmern war sie ein voller Erfolg. Im Teilnehmerfeld tummelte sich neber den Hallern auch eine Garde von Gaildorfern, ein Crailsheimer, der Öhringer Elias Ostendorph, sowie der extra aus Wertheim angereiste (110km) Josef Steinmacher. Obwohl die Partieen heiß umkämpft waren schafften der schiefe Altbau sowie Butterbrezel+Kaffee ein familiäres und maximalentspanntes Ambiente. Gespielt wurden 7 Runden im Schweizer System. Es zeigte sich im Verlauf des Turniers, dass die Quantität der Züge doch der Qualität vorzuziehen ist. So drängten der blitzaffine Bui Dinh Tan sowie Titelverteidiger Boris Meinel durch ihr schnelles Spiel weiter im Teilnehmerfeld nach vorne während die an 2 und 3 gesetzten Micha Bahmann und Josef Steinmacher metaphorisch gesprochen abgesoffen sind. Lediglich der Favorit Steffen Mages verteidigte eisern Brett 1 indem er sukzessiv einen Gegner nach dem andern dominierte. Aus der Partie in der 5. Runde:
Fries – Mages


Es folgte 1. … Dd2+ Kh3 mit anschließendem Schachmatt in 2 Zügen.

Boris Meinel bewies stahlharte Nerven als er mit 4 Sekunden Restbedenkzeit die korrekte Verteidigung fand und Remis hielt. Bui Dinh Tan dagegen musste sich in einer anderen Partie mit einem Remis zufrieden geben, da nach seiner Zugwiederholung in gegnerischer Zeitnot der Schiedsrichter auf Punkteteilung entschied.
Nach 5 Runden setzte sich Steffen Mages mit 5 Punkten vom restlichen Teilnehmerfeld bereits ab und dahinter gab es eine ganze Riege von Spielern mit 3,5 Punkten, die um den 2. Podiumsplatz kämpften.
Nach 7 Runden standen die Ränge fest.

Von links nach rechts: der 2. Vorsitzende Mario Meinel; die Plätze 1-5: Steffen Mages(6,5), Boris Meinel(5,5), Bui Dinh Tan(5), Daniel Fries(5), Walter Lechler(4,5)

Hier der Jüngste gegen den Ältesten:
Elias Ostendorph (weiß) – Walter Schäuffele (schwarz)

Hier ziert der Steinmacher’sche Energy-Drink unser Traditionsbrett. Caissa war diese Aktion wohl nicht hold.

Volkmar Frank beim Kampf um die rote Laterne gegen Benedikt Meinel

Stadtmeister in action

Autor: Steffen Mages

Fahnenflucht vor der Siegerehrung

Am Freitag (10.August) fanden 10 tapfere Recken sowie eine Hand voll Kiebitze den Weg ins Haus der Vereine zum Blitzturnier. Unter den Teilnehmern waren neber den üblichen Verdächtigen auch meine Wenigkeit sowie Peter Schmitt. Die milden Temperaturen waren eine angenehme Abwechslung zu der brutalen Hitze die unter der Woche herrschte und so war die Stimmung versöhnlicher und entspannter was sich auch bei den Ergebnissen widerspiegelte. So gab es immer wieder ein freundschaftliches Remis. Nach 9 Runden standen dann auch die Sieger fest. Auf Platz 3 landete Peter Schmitt, welcher sich als Preis über einen normalen Händedruck freuen durfte. Boris Meinel errang den 2. Podestplatz und nahm einen feuchten Händedruck mit nach Hause. Jedoch kam es um den 1. Platz zum SKANDAL!!! Der Turniersieger war nicht mehr anwesend zur Preisverleihung. Um 21:30 hörte ich die Fabrik mit ihren Maschinen bereits meinen Namen rufen und die Sehnsucht nach der Nachtschicht drängten mich dazu noch während die letzten Partieen liefen das Lokal zu verlassen. So musste die Siegerehrung ohne mich stattfinden und erstmals in der Geschichte des SK Schwäbisch Hall verfiel ein Hauptpreis (feuchter Händedruck + anerkennendem Schulterklopfen).

Als Wiedergutmachung zeige ich euch hier meine Position gegen Peter Schmitt:

1.Lb5+ c6

2.Lxc6+ Sxc6

3.Dxc6+ Ke7 Der schwarze Monarch wird zum Spaziergang genötigt.

4.La3+ Kf6 Oder eher zum lockeren Lauftraining.

5.Df3+ Kg5 Nennen wir es lieber Ausdauertraining.

6.Df4+ Kh5 Oder hoheitlicher Halbmarathon?

7.g4+ Kh4 Der Monarch setzt zum Sprint an.

8.Sf3+ Kh3 Der König bricht mit Seitenstechen auf der Zielgeraden zusammen.

9.Dg3# Unterbindet den königlichen Touch-Down-Versuch.

 

 

 

 

Autor: Steffen Mages

Offenes Blitzturnier

Da zurzeit bei vielen Schachspielern trotz der Hitze (vielleicht auch gerade deswegen) großes Interesse am Schachspielen besteht, richten wir diesen Freitag (10. August) um 19:45 ein Blitzturnier aus. Da die Geselligkeit im Vordergrund stehen soll gibt es kein Preisgeld und das Turnier ist offen für Nicht-Vereinsmitglieder.  Gespielt wird im Haus der Vereine im Round-Robin-System. Sprich jeder spielt gegen jeden. Wir freuen uns auf zahlreiches Erscheinen 🙂

 

Autor: Steffen Mages

Frauenbundesliga: spektakulärer Neuzugang

Schwäbisch Hall meldet für seine Mannschaft in der Frauenbundesliga eine spektakuläre Neuverpflichtung. Ab der kommenden Saison geht die russische Nummer 1 und aktuelle Weltranglistenvierte Kateryna Lagno als Gastspielerin für den Vizemeister ans Brett. Schon von 2010 bis 2012 spielte sie in Deutschland, und zwar in der Schachbundesliga für die Sportfreunde Katernberg. Sie ist aktuell ebenfalls in der 2. Männer-Bundesliga beim Bochumer Schachverein 02 gemeldet.

Kateryna Lagno ist seit 2007 GM und war 2002 mit 12 Jahren die jüngste Spielerin, die jemals den WGM-Titel erreichte. Unter anderem war sie 2010 Blitzschachweltmeisterin und 2014 Schnellschachmeisterin. Mit Russland gewann sie die Schacholympiade 2014 in Tromsö, nachdem sie schon 2006 die Schachplympiade mit der Ukraine gewonnen hatte.

Außerdem steht der Spielplan der kommenden Saison der Frauenbundesliga fest. Die letzten drei Runden werden wie in der vorletzten Saison als zentrale Endrunde in Berlin ausgetragen, in der letzten Runde treffen mit Baden-Baden und Schwäbisch Hall die dominierenden Mannschaften der letzten Jahre aufeinander. Die Saison beginnt am letzten Oktober-Wochenende gleich mit zwei “Knallerpaarungen”, in Hofheim trifft Baden-Baden auf Bad Königshofen und in Deizisau Schwäbisch Hall auf Hamburg.

Frauenbundesliga-Spielplan der Saison 2018/19

Autor: Thomas Marschner

SK Schwäbisch Hall will Jugend aufbauen

Der SK Schwäbisch Hall hat einen neue Führungsriege um den ehemaligen Bausparkassenvorstand Ehrhard Steffen. Er wirbt bei den Mitglieder um Vertrauen und will die Jugendarbeit aufbauen.

Selten hat der Begriff „Neuanfang“ besser gepasst. Nach jahrelangen internen Querelen hat eine neue Führungsriege um den ehemaligen Bausparkassen-Vorstand Ehrhard Steffen den Schachklub Schwäbisch Hall übernommen. Sie will dem Verein, der rund ein Drittel seiner Mitglieder verloren hat, neues Leben einhauchen. Die Losung lautet: „Vertrauen zurückgewinnen“.

Wenn selbst Mitglieder sagen, dass der Verein – der sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen ein Bundesliga-Team stellte – momentan am Boden liegt, dann ist es zwar einerseits ehrlich, andererseits außergewöhnlich. Doch der interne Streit führte zur Zerreißprobe. Zum einen gab es Befürworter des Frauenschachs, andere wollten das Männerschach finanziell deutlich unterstützen. Nur: Das Geld war knapp. Zudem wollte der ehemalige Vorstand um Michael Riedel ein Mitglied ausschließen. Er sah vereinsschädigendes Verhalten. Das Mitglied ging dagegen vor, so entschied laut Satzung eine außerordentliche Hauptversammlung. Auf dieser votierten die mehr als 40 Anwesenden, dass das Mitglied im Verein bleiben soll.

Neustart in der Bezirksliga

Diese Niederlage führte dazu, dass fast der gesamte Vorstand abdankte. Einige Vorstandsmitglieder traten aus dem Verein aus. So war eine erneute außerordentliche Hauptversammlung notwendig, in der Ehrhard Steffen zum neuen Vorsitzenden des SK gewählt wurde.

Steffen, der schon in den 1960er-Jahren Mitglied des SK war und damals in der vierten Mannschaft spielte, ist ein bekennender Unterstützer des SK-Frauenteams. „Es gab mehrere ernsthafte Versuche, Brücken zu bauen“, blickt er auf die Vergangenheit zurück. Doch es fruchtete nichts. Der Verein entzweite sich.

Nach dem Rückzug der alten Führungsriege gelte es nun, „den Verein wieder auf die Beine zu stellen“. Der Verein hat rund 30 Mitglieder und damit ein Drittel verloren. 16 davon waren die Profis des Männer-Bundesligateams. Die Zukunft des Frauenteams in der 1. Bundesliga ist dank Sponsoren und privaten Gönnern gesichert. In der kommenden Saison sollen die Frauen wieder um den deutschen Titel mitspielen. 2017 wurde der SK Hall deutscher Meister, in der abgelaufenen Runde wurde er Zweiter. Doch die Finanzlage des Vereins sei schwierig. In einem Schreiben an die Mitglieder heißt es, „dass wir finanziell praktisch bei Null beginnen“. Ehrhard Steffen macht deutlich, dass der neue Vorstand für einen Neuanfang steht, „auch kulturell“.

Wiederaufstieg ist Pflicht

Der alte Vorstand hat die erste Männermannschaft komplett abgemeldet, was der neue Vorstand zumindest als unglücklich empfindet. Denn so ist das zweite nun das neue erste Team. Allerdings ist die zweite Mannschaft in die Bezirksliga abgestiegen. „So schlimm war es seit 1957 nicht“, kommentiert Steffen. „So schnell wie möglich“ soll daher der Wiederaufstieg in die Landesliga gelingen. Zwei weitere Teams wurden gemeldet, eines weniger als in der vergangenen Runde. „Die vierte Mannschaft hat fast nie vollständig gespielt, auch die dritte hatte Besetzungsprobleme.“ Der interne Streit lähmte auch die Amateurteams.

Deshalb geht der SK mit seiner dritten Mannschaft eine Kooperation mit dem Schachverein Gaildorf ein und bildet in der A-Klasse eine Spielgemeinschaft.

Das Wichtigste aber für Steffen, und das macht er im persönlichen Gespräch sehr deutlich, sei der Aufbau der Jugendarbeit. De facto gab es diese zuletzt beim SK nicht. „Ohne Jugend ist der Verein nicht überlebensfähig“, so Steffen. So schnell wie möglich soll ein Konzept erarbeitet und dann auch umgesetzt werden.

Die ersten Rückmeldungen aus dem Mitgliederschreiben seien positiv. Mitglieder, die sich wegen des Streits zurückgezogen haben, wollen nun wieder für den SK spielen. Doch das, da sind sie sich beim neuen Vorstand sicher, kann nur der Anfang sein. Noch liege viel Arbeit vor dem SK.

Der Artikel von Hartmut Rufer erschien am 20. Juli 2018 auf swp.de.

Finale in Berlin als Schlusspunkt unter vier Jahre Erste Liga

Der SK Schwäbisch Hall zieht seine Mannschaft aus der SBL zurück. Frank Zeller, einer der Spieler, blickt auf die letzten Runden in Berlin zurück und erläutert den Rückzug aus seiner Sicht.

Von Frank Zeller

Zentrale Endrunde in Berlin vor toller Kulisse – für jedes Bundesligateam wohl der Höhepunkt der Saison, auch für Schwäbisch Hall. Zugleich bedeutete diese für den Südverein auch einen wehmütiger Abschied von der großen Bühne der höchsten Deutschen Liga: kurz vor der Schlussrunde annoncierte die Vereinsführung die Abmeldung der 1. Mannschaft.

Das kam überraschend, war indes hinsichtlich der Fairness der richtige Schritt, ging es doch für einige Teams in Berlin um den Klassenerhalt. Nun war klar, dass auch der 13. Tabellenplatz ausreichend für den Verbleib im Oberhaus sein würde. Die Haller Mannschaftsleitung setzte die Schachbundesliga e.V. sowie alle anderen Mannschaften von diesem wichtigen Schritt in Kenntnis.

Auf den einschlägigen Internetseiten wurde die Neuentwicklung allerdings erst nach Beendigung der drei Berliner Runden und dem Abschluss der Saison publik gemacht; bei Chessbase etwa kam die Nachricht noch gar nicht an – dort werden immer noch die Plätze 13 bis 16 als Absteiger gehandelt. Als Pressesprecher des Vereins wurde ich seitens der Vorstandschaft nicht gerade zu einem offiziellen Statement angehalten, und wenn, dann sollte es kurz und lapidar ausfallen mit dem Hinweis auf einen „Rückzug der Sponsoren“.

Vier Jahre mischte der Verein aus Nordwürttemberg in der Bundesliga mit und sorgte schon in ihrer ersten Saison als Nobody für Furore: Hall landete sogleich auf dem 4. Platz und hätte beinahe Dauermeister Baden-Baden geschlagen. Schwäbisch Hall machte Schlagzeilen, das Team schien unverbraucht und brachte frischen Wind in die Liga!

Dieser Auftakterfolg wurde in der zweiten und auch noch in der dritten Saison bestätigt. Dreimal Platz 4, das liest sich nicht schlecht. In der gerade beendeten Saison war Hall ebenfalls aller Abstiegssorgen ledig und siedelte sich im oberen Mittelfeld an. Die Vorstellungen waren nicht mehr ganz so imposant, auch war zu spüren, dass die Vereinsführung bereits auf Sparflamme kochte: Weltklassespieler wie Li Chao, der zuvor noch die Bundesliga rockte,  kamen nur sporadisch zum Einsatz. Vermehrt wurde auf die „regionalen“ Kräfte aus Deutschland, Tschechien und Frankreich gesetzt, die bereits seit Jahren zum Stamm des Teams gehörten und an den mehrfachen Aufstiegen in Folge beteiligt waren.

Dennoch kam die nun erfolgte drastische Reaktion überraschend. Hall wird sich aus der Bundesliga zurückziehen, die Mannschaft wird komplett abgemeldet, so dass die jetzige 2. Mannschaft die Rolle der Ersten übernehmen wird, und die ist eben aus der Landesliga abgestiegen! Also ein sportlicher Totalzusammenbruch. Der Verein steht plötzlich wieder da, wo er vor einem knappen Jahrzehnt stand.

Präsident Michael Riedel begründet den gravierenden Schritt mit dem Wegfall der Sponsoren. Das ist durchaus richtig, wenngleich nicht „die ganze Wahrheit“. Doch die ist, falls es sie überhaupt gibt, unmöglich auf einen Nenner zu bringen. Das Team war von Privatsponsoren abhängig. Mehrfache Versuche, Sponsoren aus der Wirtschaft langfristig an den Verein zu binden, scheiterten. Intern sorgte die Konkurrenz mit dem erfolgreichen Damenteam schon seit geraumer Zeit zu schwelenden Konflikten, die sich nicht mehr lösen ließen. Nun droht der Rücktritt der gesamten Vorstandschaft, der Verein wird einen kompletten Neuanfang starten müssen.

Georgios Souleidis machte den freiwilligen Rückzug in seinem Abschlussartikel über das Berlin-Wochenende publik. Er wies auch richtig auf die „Blockbindungen“ innerhalb des Vereins hin, die zu Verhärtungen führten, und verlinkte Statements zweier „Frauenbeauftragter“, Thomas Marschner und Mario Meinel. Das führt m.E. zu einer Verzerrung der Wahrnehmung, denn die Berichte der „Frauenpartei“ sind subjektiv eingefärbt. Spätestens dann fühlte ich mich in die Pflicht gerufen, einen Versuch des „Zurechtrückens“ zu unternehmen.

Auch ich kann mich nur um Objektivität bemühen, viele Interna blieben mir sicher verborgen, da ich nicht vor Ort lebe, und sie gehören auch nicht hierher. Letztlich haben sich beide Parteiungen bei dem seit nun schon längerer Zeit gärenden Konflikt mit Ruhm nicht gerade bekleckert. Wie bei einer zu Bruch gehenden Partnerschaft wurde ein „Rosenkrieg“ losgetreten. Es ist sehr bedauerlich, dass eine Erfolgsgeschichte zu solch einem Ende führt, bei dem die Gräben so tief sind, dass anscheinend keine Einigung mehr möglich ist.

Zu Beginn meines Engagements in Hall vor fünf Jahren herrschte noch begeisternde Aufbruchsstimmung, die Basis stand hinter dem Projekt. Nach den Heimspielen ging man geschlossen essen und feiern. Doch von Jahr zu Jahr wurde der Kreis kleiner, gab es Eigeninteressen und Splitterungen, und als keine Sponsoren gewonnen werden konnte, entbrannte der Streit um die Verteilung der Mittel.

Im letzten Jahr war der Krieg offen entbrannt. Das Ganze glich einer Farce, die das neutrale Vereinsmitglied nicht mehr nachvollziehen konnte. Und weil die irritierte Vereinsbasis nicht mehr hinter ihm stand, ist Vorstand Riedel, selbst einer der wichtigsten privaten Geldgeber, letztlich gescheitert beim Versuch, auf einer außerordentlichen Hauptversammlung eine Kampfabstimmung zu gewinnen.

Für den Vorstand wurde diese Entscheidung zum „Entweder-Oder“: entweder man ist für ihn und unterstützt seinen Kurs, oder man ist gegen ihn. Diese Hochstilisierung zu „Alles oder Nichts“ war fatal. Die Vereinsmitglieder verstanden nicht, dass die Vorstandschaft ihr Schicksal an diese Abstimmung hing. Die Basis wollte Versöhnung der Streithähne, doch das Kind war schon lange in den Brunnen gefallen.

Genug! Ich denke, dass (leider) viele Vereine immer wieder unter solchen Zwistigkeiten laborieren – es „menschelt“ halt allerorten, Hall ist somit keine Ausnahmeerscheinung.

Doch kommen wir zum Schach: hier möchte ich mich jedenfalls bei den Verantwortlichen des (Herren-!) Bundesligateams bedanken, die mir vier tolle Jahre Bundesliga mit vielen herausragenden Erlebnissen ermöglichten! Danke für Euer großes zeitliches wie finanzielles Engagement!

Großartig waren etwa der Sieg damals in Meißen gegen Solingen, dem amtierenden Meister. Oder das Heimspiel mit Karpow und anderen Stars zu Gast. Und nicht zu vergessen die beiden zentralen Endrunden in Berlin in einem fantastisches Ambiente im Hotel Maritim nahe des Sony-Centers …

 

Der kompletteAbschlussbericht der Schach-Bundesliga von Frank Zeller wurde auf der Webpräsenz der SBL am 5. Mai 2018 veröffentlicht.

Zentrale Endrunde der Bundesliga in Berlin

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“

(Von IM Frank Zeller)

Freitag, 27. April: es ist wieder soweit: die zentrale Endrunde der Bundesliga in Berlin steht kurz bevor. Morgen geht es für die meisten im Team auf große Fahrt, es lockt auch ein Blitzturnier der Extraklasse mit hohem Preisgeld.

Für Team Hall stehen die drei letzten Begegnungen der Saison auf dem Spielplan. Am Sonntag trifft Hall 1 dabei auf Solingen und kann dabei das Zünglein an der Waage in der Meisterschaftsentscheidung spielen, denn Solingen und Baden-Baden liegen gleichauf auf den Spitzenposition der Tabelle.

Am Montag dann steht die Begegnung mit Reisepartner Deizisau an, ebenfalls eine attraktive Paarung und eine große Herausforderung für Hall, das in diese ersten beiden Matches als Außenseiter gehen wird.

Es ist damit zu rechnen, dass Deizisau, das „Juniorteam“ von Baden-Baden und ebenfalls von Grenke-Leasing gesponsert, mit einem möglichst starken Team in Berlin antreten wird: denn auch Deizisau trifft noch auf Solingen, und Sven Noppes, Teamchef gleichermaßen in Baden-Baden wie in Deizisau, wird sicherlich der Konkurrenz um die Meisterschale noch einen Stolperstein in den Weg legen wollen.

Der Abschluss am 1. Mai sieht dann die Begegnung Hall – Aachen. Die Westdeutschen sind auch im Mittelfeld der Liga angesiedelt, wie für Hall geht es für sie um nicht mehr viel, freilich geht es immer auch um Ehre und Reputation! Eng wird es auch hier zugehen, und insgesamt gilt für diese spektakuläre BL-Abschluss-Party: „dabei sein ist alles!“

Hier erfahren Sie mehr über das große Wochenende