Schwäbisch Haller Damen sind deutscher Vizemeister

Die Damenmannschaft des SK Schwäbisch Hall hat es bei der zentralen Endrunde der Frauenbundesliga in Berlin noch auf den zweiten Platz der Abschlusstabelle geschafft und ist damit zum 4. Mal deutscher Vizemeister.

In Berlin zeigte die komplette Mannschaft eine herausragende Leistung. Zunächst wurden die SF Deizisau obwohl in Bestbesetzung angetreten mit 5-1 deklassiert, tags drauf gab es gegen die SF Karlsruhe ein 6-0. Damit war man vor der letzten Runde gegen Titelverteidiger Baden-Baden auf Platz 2 der Tabelle vorgerückt, da sowohl Baden-Baden als auch Hamburg gegen Deizisau bzw. Rodewisch einen Punkt abgegeben hatten. Und auch in der letzten Runde gegen keinen geringeren als Titelverteidiger OSG Baden-Baden zeigte die Mannschaft eine hervorragende Leistung. Zunächst endeten die ersten 4 Bretter mit remis, darunter am Spitzenbrett die Paarung zwischen Lela Javakhishvili und Ex-Weltmeisterin Alexandra Kosteniuk und an Brett 2 die Partie zwischen den beiden mit Abstand besten Spielerinnen Litauens Deimante Cornette und Viktorija Cmilyte, die in den letzten Jahren hauptsächlich als Parlamentarierin ihres Heimatlands beschäftigt ist. Lela Javakhishvili und ihre Gegnerin machten sich nur wenige Stunden nach Partieende gemeinsam auf die mehr als 12-stündige Reise in Richtung Astana in Kasachstan auf, wo nur zwei Tage nach dem Bundesligafinale die Team-WM der Nationalmannschaften stattfindet. Sowohl Baden-Baden als auch Schwäbisch Hall waren dankbar, dass beide Spielerinnen trotz der anstehenden WM ihre Mannschaften in Berlin verstärkten.

Den Siegpunkt für Schwäbisch Hall machte Irina Bulmaga, die gegen die ehemalige deutsche Nationalspielerin Ketino Kachiani Gersinska gewann. Jovana Rapport sicherte danach den Sieg mit einem Remis aus besserer Stellung ab und damit die deutsche Vizemeisterschaft. Durch die Niederlage fiel der Titelverteidiger und Meisterschaftsfavorit noch hinter Hamburg auf Platz 4 der Tabelle zurück.

Neuer deutscher Meister wurde der SC Bad Königshofen, der sich in Berlin nicht mehr die Butter vom Brot nehmen ließ und gegen Mannschaften aus dem hinteren Tabellendrittel dreimal glatt gewann und damit seinen Vorsprung von 2 Punkten souverän ins Ziel brachte und zum zweiten Mal nach 2014 deutscher Meister wurde .

Insgesamt zeigte die ganze Haller Mannschaft in Berlin in den abschließenden drei Begegnungen herausragende Leistungen: in 3 Matches wurde keine einzige Partie verloren, und alle 3 Siege waren souverän herausgespielt. Damit machte das Team die Niederlagen gegen Hamburg und Bad Königshofen vergessen, mit denen die Chancen auf die deutsche Meisterschaft schon vor der Berliner Endrunde verspielt worden waren. Die abgelaufene Saison der Frauenbundesliga war eine der spannendsten der letzten 10 Jahre. Mehrfach wechselte die Tabellenführung, es gab Überraschungen auch durch Mannschaften aus der zweiten Tabellenhälfte und eine Vielzahl spektakulärer Partien. Man hat gesehen, dass auch die Mannschaften aus der zweiten Tabellenhälfte spielstärkemäßig aufgeholt haben, auch der Abstiegskampf war spannend bis zuletzt. In die 2. Liga absteigen müssen Karlsruhe, Pankow und Bayern München, die Aufsteiger aus der 2. Liga sind alte Bekannte: Erfurt, Leipzig und Kiel schafften den direkten Wiederaufstieg.

Die neue Saison beginnt Mitte Oktober, und dann wird die Damenmannschaft des SK Schwäbisch Hall einen erneuten Anlauf starten, nach 2017 zum zweiten Mal deutscher Meister zu werden.

Abschlusstabelle der Frauenbundesliga

Hier die Ergebnisse, die Tabelle und der Link zu den Partien.

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